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Plastik adé – Tipps zum umweltverträglichen Umgang mit Plastik

Es gibt viel zu viel Plastik, das die Umwelt verschmutzt. Vor allem im Meer wird der Plastikmüll immer mehr. Die fünf größten Müllinseln im Meer sind jeweils mindestens vier-Mal so groß wie Deutschland. Wenn wir nicht rasch handeln, dann gibt es im Jahr 2050 mehr Plastik als Fische im Meer. So dramatisch sich diese Situation anhört, ist sie auch. Dennoch arbeiten bereits viele Menschen und Organisationen an einer Lösung zur Plastikvermeidung. Hier gibt es ein paar Pioniere der Nachhaltigkeit.

Wir stellen Ihnen zuerst inspirierende Lösungsansätze zur Plastikvermeidung vor. Danach geben wir Ihnen 5 Tipps mit auf den Weg, wie Sie ganz konkret zu mehr Plastikvermeidung in Ihrer Organisation beitragen können.

Plastikvermeidung Beispiel 1: Einwegplastik vor dem Aus

Die Politik hat vor Kurzem mit dem Verbot von Einwegplastik reagiert. Viele Unternehmen bieten bereits plastikfreie Verpackungen für Ihre Produkte an - Tendenz steigend. So haben wir bereits erste Obst- und Gemüseverpackungen komplett ohne Plastik entdeckt. Dies bietet zahlreiche Chancen für innovative und umweltverträgliche Lösungen.

Plastikvermeidung Beispiel 2: In Norwegen werden über 95% der Plastikflaschen recycelt

Norwegen hat ein cleveren System entwickelt, um die Plastikvermeidung voranzubringen. Zum Einen gibt es Pfand auf alle Plastikflaschen, zum Anderen gibt es eine Plastik-Steuer die alle trifft, wenn nicht mehr als 95% recycelt wird. Diese beiden Steuerungsmechanismen funktionieren so gut, dass die NorwegerInnen diese Steuer schon seit Jahren nicht mehr zahlen.

Ein anderer Weg sind Verbote. So wie es gerade das europäische Parlament beschlossen hat. Bis 2021 - also bald - müssen alle Einweg-Plastik-Produkte vom Markt verschwinden. Dieser Ansatz ist einerseits sehr effektiv und gibt Unternehmen die Chance mit neuen nachhaltigen Lösungen den Markt zu erobern.

Das Grazer Unternehmen “Verpackungszentrum GmbH” hat sich mit seiner Linie Packnatur beispielsweise biologischabbaubaren Verpackungen verschrieben (https://vpz.at/packnatur/). Aber auch in Straßburg machen sich die Menschen Gedanken zum Recyclen. So sollen PET-Flaschen bis 2025 zu mindestens 25% aus recycelten Plastik bestehen und demnächst genauer auf die Mülltrennung geachtet werden. Am besten ist es dennoch zum einen überhaupt auf Plastikvermeidung zu fokussieren und zum anderen auf Mehrwegsysteme zu setzen.

Wie sieht Plastikvermeidung im Betrieb aus?

Wir haben für Sie eine kleine Guideline mit 5 Tipps zur Plastikvermeidung zusammen gestellt:

1. In welchen Bereichen verwenden Sie Plastik?

Identifizieren Sie dazu, wo der Kunststoffabfall bei Ihnen im Unternehmen anfällt. Nehmen Sie sich die Zeit und notieren Sie, wo immer Ihr Unternehmen Plastik verwendet. Am besten unterteilen Sie Ihre Ergebnisse zusätzlich noch nach Kategorien: wie z.B. Verpackungen, Einwegbesteck, etc.

2. Welche Alternativen gibt es?

Für einige Fälle gibt es recht einfache Lösungen. Einwegbesteck kann durch normales Besteck ersetzt werden oder  zumindest aus nachhaltigen Materialien bestehen. Das Unternehmen Spoontainable (www.spoontainable.com) hat z.B. einen umweltverträglichen Eislöffel aus Fasern der Kakaobohne entwickelt.

Bei Verpackungen kann es schon mal komplexer werden. Allgemein sollte man sich fragen: Ist die Verpackung überhaupt notwendig? Es gilt dabei, dass jeder noch so kleine Schritt zählt.

3. Wie schaut der Umgang mit Plastik in Ihrer Lieferkette aus?

Arbeiten Sie eng mit Ihren Lieferanten zusammen. Lassen Sie Ihre Lieferanten wissen, dass Sie nachhaltige Lösungen bevorzugen, die im besten Fall plastikfrei hergestellt werden bzw. auf Plastikvermeidung achten. Außerdem bieten sich Mehrwegverpackungen an, sodass Einwegartikel weggelassen und Verpackungen wenn möglich wiederverwendet und recycelt werden können.

4. Wie können Plastikverpackungen in Ihrem Unternehmen recycelt werden?

Plastik ist manchmal unvermeidbar. Wenn die Plastikvermeidung dennoch nicht ganz möglich ist, sollte recyceltes Plastik bevorzugt werden. Um sicherzustellen, dass auch Ihre Plastikabfälle den richtigen Weg zur fachgerechten Entsorgung finden. Allgemein kann man auch mit Sensibilisierung auf Themen arbeiten. Angestellte verursachen nicht nur im Betrieb Abfall, sonder auch zu Hause. Hier kann man mit wenigen gezielten Informationskampagnen, Challenges, etc. viel bewirken.

Was beispielsweise viele nicht wissen - Tetrapacks sollen in die gelbe Plastikflaschentonne eingeworfen werden. Aber auch andere Gebrauchsgegenstände aus Plastik sollten hier ihr Ende finden. Was darf also alles in die Tonne? Hier eine Auflistung der MA48 (Wien)

  • PET-Flaschen
  • Plastikflaschen für Putz- und Waschmittel
  • Plastikflaschen für Körperpflegemittel
  • Plastikflaschen für Lebensmittel (z.B. Öl oder Essig)
  • Andere Plastikflaschen (z.B. für Kühlmittel oder destilliertes Wasser)
  • Getränkekartons (z.B. Tetrapack)

Wichtig ist, dass die Plastikflaschen stets gut entleert sind.

Hier gibt es mehr Informationen zur richtigen Entsorgung nach Bundesland

5. Wo können Ihre Mitarbeitenden hausgemachte Mahlzeiten zubereiten oder aufwärmen?

Lebensmittelverpackungen tragen einen wesentlichen Teil zum Plastikmüll bei. Indem man Mitarbeitenden die Möglichkeit bietet, hausgemachte Mahlzeiten zu lagern und wieder aufzuwärmen, bedeutet das weniger gekaufte Mittagessen und somit weniger Plastik zum Wegwerfen. Dadurch werden auch die Mitarbeitenden zu einer stärkeren Plastikvermeidung angeregt.

Wie sieht der Verzicht auf Einweg-Plastik in Ihrem Unternehmen aus?

Lassen Sie uns wissen was Ihre Innovationen für eine nachhaltigere Zukunft sind und wie Sie mit Plastik in Ihrem Unternehmen umgehen. Wir sind auf der Suche nach guten Beispielen.